Schlagwort: Klima

  • Bildet Banden und verbindet Kämpfe! Ein Statement zum globalen Klimastreik.

    Bildet Banden und verbindet Kämpfe! Ein Statement zum globalen Klimastreik.

    Von Tim Leidig (Vorsitzender Junge Piraten) und Anne Herpertz (Vorsitzende Piratenpartei)

    Am 15.09 ist der nächste globale Klimastreik von Fridays for Future. Seit nun über 5 Jahren gibt es Fridays for Future, im Zuge der immer größer werdenden Klimabewegung formte sich diese „Schülerbewegung“ auch in Deutschland. FFF übernahm Teile der deutschen Jugend und Gesellschaft wie im Sturm. Am 20.09.2019 gingen ganze 1,4 Millionen Menschen Deutschlandweit auf die Straße, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Das Thema war aus der Politik nicht mehr wegzudenken und beherrschte auch die Medien. Abertausende Jugendlichen engagierten und politisierten sich durch FFF. Die sonst so zerstreute Klimabewegung konnte sich für einen Freitag zusammentun und gemeinsam demonstrieren.

    Jetzt im September 2023 sieht das ganze schon ganz anders aus, immer kleinere Demonstrationen, weniger aktive in den Ortsgruppen, und auch in Politik und Medien ist das Thema FFF und Klimaschutz in den Hintergrund gerückt. Doch woran kann das liegen?

    Bei einigen hat sich der Eindruck entwickelt: Die Klimaproteste verändern nicht viel! Das liegt jedoch nicht an den zahlreichen Aktivisti, kreativen Protestformen oder unzähligen Demonstrationen, sondern an der Politik. Nichtmal die größten Proteste konnten etwas an der Meinung der Regierung ändern. Aktuell sieht es eher danach aus, dass wir, bevor wir effektiven Klimaschutz erreichen, eher noch Faschisten in Landesregierungen einziehen. Es sieht alles danach aus das Union und oder AFD in der nächsten Regierungen vertreten seien können. Sollte das passieren, können wir uns die Sache mit dem Klimaschutz gleich abschmieren. Aber auch mit der aktuellen Regierung sieht es nicht danach aus als wäre der gemeinsame Wille da, irgendwas zu ändern. Die Ampel in Gesamtheit zeigt keinen wirklichen Aufbruch, und zwar, Klimaschutz wirklich ernst zu nehmen.

    Deshalb ist es nach wie vor umso wichtiger sich aktiv dafür einzusetzen, aber wie? Wie einsetzen, wenn über eine Millionen Menschen auf den Straßen und noch viel mehr mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft ignoriert werden?

    Eine Antwort darauf findet sich in den Protesten zur IAA, wo sich ein breites Bündnis von Gruppen und Personen der Autolobby entgegenstellten. Mit Blockaden und Protesten wird hier an genau der richtigen Stelle angesetzt und es werden die bekämpft, die am meisten zum Klimawandel beitragen. Wenn jede/r sein/ihr eigenes Ding macht, werden wir nie unsere Ziele erreichen, wir müssen anfangen unsere Kämpfe zu verbinden und gemeinsam an den Zielen zu arbeiten.

    Ein Problem unserer Zeit findet sich in der sogenannten „Hyperpolitik“ – durch Klimaproteste (und die Notwendigkeit des Eintretens gegen den Klimawandel) sind sehr viele Menschen politisiert worden. Allerdings bleibt, im Vergleich zum 20. Jahrhundert, eine massenhafte Organisation in Initiativen, Vereinen und Parteien aus. Viele Menschen sind politisiert, aber nur wenige sind organisiert. Daher:

    Bildet Banden und verbindet Kämpfe!

    Wir müssen mit Protesten wieder mehr Leute mit ins Boot nehmen, vielfältiger und klar antifaschistisch auftreten. FFF ist da nach wie vor ein guter Anfang. Eine Basis ist da, um wieder aktiver zu werden, junge Leute weiter zu politisieren, um sie auf diesen Weg auch zu organisieren – um andere Formen des Protests möglich zu machen. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um das Ruder noch rumzureißen. Gegen Konzerne, eine noch immer zögerliche Politik und Einzelpersonen, die hauptverantwortlich für das Voranschreiten des menschengemachten Klimawandels sind. Demonstrationen, Blockaden und andere kreative Formen des Protests müssen häufiger, störender und konsequenter werden. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie uns unsere Lebensgrundlage entrissen wird!

    Zum ersten Mal organisiere ich (Tim) dieses Mal einen globalen Klimaprotest für Fridays for Future. Uns war sofort klar, dass es nicht nur beim Thema Klimaschutz bleiben darf. Im Zuge der menschenfeindlichen Asylpolitik Deutschlands und der EU ist unser Motto für diesen Klimastreik „Klimaschutz statt Grenzschutz“. Über das Thema Klimawandel, hin zu Fluchtursachen und Asylpolitik laden wir eben nicht nur Klimaschutz-Organisationen ein, sondern auch z.B. die Seebrücke und das Bündnis für Bleiberecht .

    Wir müssen uns zusammenschließen, um effektiver auf Probleme aufmerksam zu machen und sie am Ende eben auch zu lösen!

    Am Ende sollte sich jede/r selbst überlegen, welche Formen des Protest für sie/ihn machbar sind. Es gibt vielfältige Formen – nicht nur des Protestes, sondern auch des Organisierens und institutionalisierten Mitmachens. Wir müssen uns aber auch überlegen, das jetzt die Zeit zu handeln ist und Proteste für sich allein (leider) wenig bewegen. Wenn wir jetzt nicht Handeln, wird es keiner tun! Bildet Banden und verbindet Kämpfe!

  • Stellungnahme zur Letzten Generation

    Stellungnahme zur Letzten Generation

    Der Angriff auf die Letzte Generation ist ein Angriff auf uns alle!

    Am Mittwoch dem 24.05 hat die bayrische Polizei Wohnungen durchsucht und friedliche Aktivisten festgenommen, warum? Weil sie friedlich demonstriert haben und Zivilen ungehorsam geleistet haben, um unsere Regierung davon zu überzeugen aktuelle Klimavorgaben einzuhalten.

    Die bayrische Polizei hat die Letzte Generation ohne gerichtlichen Beschluss als kriminelle Vereinigung bezeichnet und damit der kompletten Klimabewegung sinnbildlich ins Gesicht getreten.

    Razzien gegen friedliche Demonstrationen durchzuführen, während hunderte Rechtsradikale per Haftbefehl gesucht werden ist ein Armuts Bekenntnis des Freistaats Bayern und der aktuellen Regierung dort!

    „Die Letzte Generation hat einen Nerv im Regierungsapparat getroffen, der anscheinend weh tut, wir müssen als Klimabewegung und als Gesellschaft weiter in diesen Nerv treffen, um unsere Regierung endlich dazu zu bewegen, geltende Klimaregelungen einzuhalten. Wir dürfen nicht einfach mit offenen Augen in den Abgrund fahren, jeder von uns muss Widerstand leisten für unsere Zukunft!“ So Tim Leidig, Vorsitzender der Jungen Piraten

    Alban Becker, Beisitzer im Vorstand der Jungen Piraten:

    Ich glaube, wir sollten mal über Verhältnissmässigkeiten reden.

    Zuallererst; ich finde die Aktionen der Letzten Generation mutig und bestaune deren Engagement. – Ich weiß nicht, ob ich mir Sekundenkleber über die Hand laufen lassen würde, um mich dann gewalttätig von Mitmenschen von der Straße reißen zu lassen. – Ich bewundere das.
    Aber darum geht es hier nicht: Es kann nicht sein, dass Menschen, die auf der Straße für uns alle kämpfen, von dem Rest der Gesellschaft so zur Sau gemacht werden uns oben drein von der Justiz so behandelt werden. Es ist eine Sache, wenn Menschen aus Übersturzhandlung den kühlen Kopf verlieren, aber an die Polizei habe ich eine andere Erwartungshaltung – die machen das Beruflich.
    Es geht hier nicht um eine Handvoll Klimaaktivisti, die die Straßen blockieren und damit vielleicht ein paar einzelnen Bürgern aufstoßen. Es geht hier um die nächste große Klimakatastrophe, die schon vor der Haustür steht und lautstark klopft. Es geht hier um weitaus mehr als das “Mimimi” von den Bürgern. Wenn wir nicht gestern anfangen, die Tür zu verbarrikadieren und das 1.5 Grad-Ziel einzuhalten, werden wir sehr bald ganz andere Probleme haben, als im Stau zu stehen. – Ich meine das absolut ernst.
    Sich auf die Straße kleben, um für Aufmerksamkeit für solch ein relevantes Thema zu sorgen, sei vielleicht in mancher Menschen Sicht nicht die effektivste oder humanste Methode. Aber Demonstrationen müssen stören! Sonst sind es keine Demonstrationen. Die Letzte Generation nennt sich nicht ohne Grund die letzte Generation.

    Nils Krüger, zweiter Vorsitzender der Jungen Piraten:

    Die gnadenlose Kriminalisierung von Klimaschützern, die sogar zu Hausdurchsuchungen führt, ist ein alarmierender Angriff auf unsere Grundrechte und ein deutliches Zeichen für die Verzweiflung der Machthaber. Als Klimaschützer stehe ich fassungslos vor der Tatsache, dass unsere Leidenschaft für den Planeten und unsere Forderungen nach dringenden Maßnahmen mit Repression und Einschüchterung beantwortet werden.

    Es ist offensichtlich, dass diejenigen, die von den gegenwärtigen umweltschädlichen Praktiken profitieren, sich mit aller Macht gegen jeden Widerstand wehren. Doch die Realität des Klimawandels und seine katastrophalen Auswirkungen lassen sich nicht leugnen oder durch repressive Maßnahmen beiseiteschieben. Unsere Welt steht am Abgrund, und wir können es uns nicht erlauben, unsere Stimmen und unsere Entschlossenheit zum Schweigen zu bringen.

    Die Kriminalisierung von Klimaschützern und die Durchsuchung ihrer Häuser sind drastische Eingriffe, die nicht nur unsere Grundrechte verletzen, sondern auch ein Klima der Angst und Einschüchterung schaffen. Die Botschaft, die von solchen Aktionen ausgeht, ist klar: Wer sich für den Planeten einsetzt, wird als Bedrohung angesehen und mit allen Mitteln bekämpft.

    Doch wir lassen uns nicht einschüchtern! Im Gegenteil, diese Maßnahmen stärken unsere Entschlossenheit, für eine nachhaltige Zukunft zu kämpfen. Die Dringlichkeit des Klimawandels erfordert mutige, radikale und zivil ungehorsame Maßnahmen und wir sind bereit, dafür zu kämpfen.

    Die Welt, in der wir leben, steht an einem Wendepunkt. Wir können nicht länger zulassen, dass Regierungen und Institutionen die Zukunft unseres Planeten ignorieren oder sogar aktiv behindern. Wir werden weiterhin unsere Stimmen erheben, uns zusammenschließen und für den Wandel kämpfen, den unsere Welt so dringend braucht.

    Die Kriminalisierung von Klimaschützern mag ein Versuch sein, uns einzuschüchtern, aber sie wird uns nicht stoppen. Wir sind eine Generation, die um die Zukunft kämpft, und wir werden nicht ruhen, bis unsere Forderungen nach echtem Klimaschutz, ökologischer und sozialer Gerechtigkeit gehört und umgesetzt werden. Der Planet steht auf dem Spiel, und wir sind entschlossen, ihn zu retten, koste es, was es wolle. Klassenkampf bis zur weltweiten Gerechtigkeit. Gewalt bedeutet schwäche. Mensch ist Mensch.

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